25. August 2007
„Lebendiger Glaube,
wachsende Gemeinschaft“
Unter diesem Thema versammelten sich die Partnergemeinden aus Hartford (USA), Ostrava(Tschechien), Belfast(Irland), Speyer und Dessau in der United Reformed Church Purley (England).
Ehemalige Teilnehmer der Partnerschaft wie Mair und Alan Haywood, John Waller und Ray Adams mit Frau, Klaus und Sigrid Böhm haben es sich nicht nehmen lassen, zur Eröffnung des Partnerschaftsgottesdienstes dabei zu sein.
Unsere Gastgeber haben nicht nur großes Organisationstalent bewiesen, denn 10 Tage und teilweise mehr konnten wir die herzliche Gastfreundschaft spüren. Vom 27.7 – 6.8.2007 waren
von 116 Teilnehmern 76 Teilnehmer aus Hartford, Belfast, Ostrava, Speyer und Dessau bei Gastfamilien untergebracht. Das Käferspiel bot allen Teilnehmern eine gute Möglichkeit sich „ins Spiel“ zu bringen Die unterschiedlichen Sprachen (englisch, deutsch, tschechisch) erforderten es, sich in einfachen verständlichen Sätzen zu äußern. Wir diskutierten über das Konferenzthema in gemischten Gesprächsgruppen. Aus diesen Gesprächsgruppen wurden wiederum 10 gemischte Gruppen gebildet, die verschiedene religiöse und soziale Einrichtungen besuchten, um sich über Glaube und Gemeinschaft in der praktischen Tätigkeit zu informieren. Eine Gruppe besuchte das Mayday Hospital, eine andere die Obdachlosenunterkunft der Croydoner URC Kirche. Weitere Gruppen waren Gäste im Kaplansamt in Bromley, im Zentrum der Krishna Kultur und bei den Gudwara in Croydon, im Zentrum für Familienrecht, im Ausbildungszentrum für kirchliche Mitarbeiter, im islamischen Zentrum, die freie jüdische Gemeinde und der Selbsthilfegruppe der Behinderten.
Zum Programm gehörten außerdem ein gemeinsames Abendessen im Boulevardrestaurant, ein Abendessen bei anderen Familien der Gemeinde, ein Tagesausflug nach Canterbury und ein Tag zur freien Gestaltung.
Das gemeinsame Geschenk der Partnergemeinden an unsere Gastgeber, ein Kreuz – gestaltet von Bernd Hochwald – und eine Altardecke wurde am Abschlussabend überreicht. Gelungen war wieder der Kulturabend mit Beiträgen jeder Gemeinde. Darunter waren in Verse gebrachte Erlebnisse von den Teilnehmern aus Belfast. Pfarrer Russel Furley-Smith inspirierte zur Pantomime „Hemdkauf“ und konnte die Mühen der Konferenzvorbereitung mit Humor vermitteln. Teilnehmer aus Ostrava zeigten nicht nur große Fortschritte beim Erlernen der Sprache sondern auch hervorragende Talente beim Singen und Folkloretanz der Familie Holibkovi. Die Sportlichsten der Dessauer Gruppe konnten das Synchronschwimmen unter Beweis stellen, die Gruppe aus Speyer Witziges und Verbindendes. Ebenso der Beitrag der Kinder- und Jugendgruppe. Alle, von der jüngsten (8 Monate) bis zur ältesten Teilnehmerin (85) haben mit ganzem Herzen Einsatz gezeigt. Ein Höhepunkt war das Forum mit Vertretern verschiedenen Glaubens und die Rede des Bischof von Croydon Nick Baines. Zum Abschlussgottesdienst mit Abendmahl war spürbar, dass Pflege der Partnerschaft wichtig ist und über Grenzen hinaus religiöse Verbundenheit bedeutet. Das Überraschungsgeschenk von Pfarrer Russel Furley-Smith eine Postkarte mit seinem Hemdmotiv – die Arche Noah – als Symbol, dass Gott Menschen verschiedenen Glaubens vereint und alle in seinem Licht wandeln.
Ergebnis
Was haben wir gelernt: Wir haben festgestellt, dass ein großes Bedürfnis vorhanden ist, mehr über andere Glaubensrichtungen kennen zu lernen. Wir wissen zu wenig darüber und müssen lernen, Vorurteile abzubauen, Gemeinsamkeiten zu suchen oder auch Trennendes heraus zu finden. Die Konferenz bot uns die Chance, sich über vorhandene Probleme zu informieren, die auch für uns relevant werden können. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, zuzuhören, sich zu informieren und unseren eigenen Glauben zu festigen
Unterschiede
Eine Kirchensteuer als prozentualen Teil der Lohnsteuer kennt man in England nicht. Obdachloseneinrichtungen liegen z. B. im Aufgabenbereich des Staates. In England erfolgt die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Staat in Form gemeinsamer Projektgestaltung. Kindergärten werden teilfinanziert, wobei die Verpflegung von der Kirchengemeinde selbst übernommen wird. Die Behindertenbetreuung wird von den Kirchengemeinden und Selbsthilfegruppen getragen.
Eindrücke
Beeindruckt hat uns die ehrenamtliche Tätigkeit in Purley. Das Engagement ist ausgeprägter und stärker sichtbar. Dialog ist möglich durch Zuhören mehr Verständnis füreinander und Üben von Toleranz. Es ist wichtig, Grenzen zu beachten und beiderseits ist Zustimmung oder Entgegenkommen erforderlich.
Christliche Gemeinden müssen eng zusammenarbeiten und sich in erster Linie an der Sache orientieren, damit Aufgaben besser gelöst werden können. Die Kirche muß Sprecher der Schwachen sein und darf soziale Verantwortung auch staatlicherseits erwarten.
Praxisumsetzung
Um zukünftige Aufgaben zu bewältigen, ist es notwendig, das Ehrenamt zu stärken. Zur Partnerschaftspflege ist der Kontakt der einzelnen Pfarrer zur Beratung und zum theologische Austausch stärker zu suchen. Zwischentreffen müssen mehr belebt werden durch persönliche Kontakte und Berichte. Die Partnerschaft sollte ständig in das Gemeindeleben einbezogen werden nicht nur am Partnerschaftssonntag. Wir wollen den Boten der Partnergemeinden im „Kirchencafe“ bereitlegen. Im Gemeindeboten soll eine Rubrik „Partnerschaft“ vorgesehen werden, um zu informieren und Neues auszutauschen. Vielleicht bildet sich eine Gruppe in welcher die englische und tschechische Sprache erlernt und geübt werden können. Wir wollen nach ansprechenden Projekten suchen und jüngere Gemeindeglieder in die Partnerschaftsarbeit einbeziehen.
Brigitte Habermann