30. Mai 2007
Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Psalm 111,2
Die Wissenschaft versucht, den Rätseln der Natur durch Messen, Wiegen und manch andere Methode auf die Spur zu kommen. Erstaunlich, was alles aufgedeckt wird.
Die biblische Schöpfungserzählung beschreibt die Natur dem staunenden Auge und weckt damit das Lob des Schöpfers. Während das Schöpfungswerk Gottes als eine Sechs-Tage-Werkwoche mit anschließendem Ruhetag geschildert wird,
weiß man von Joseph Haydn, dass er an seiner „Schöpfung“ vom Oktober 1796 bis zum April 1798 arbeitete. Er fand sein Thema inspirativ, und seiner eigenen Aussage nach war die Komposition für ihn eine grundlegende religiöse Erfahrung. Er arbeitete an seinem Werk bis zur Erschöpfung, und tatsächlich erkrankte er nach der Uraufführung für längere Zeit.
In einer Bass-Arie im Teil 2 heißt es:
Doch war noch alles nicht vollbracht
Dem Ganzen fehlte das Geschöpf
Das Gottes Werke dankbar seh’n
Des Herren Güte preisen soll.
Hier schließt nun auch unser Monatsspruch gut an: Freude an Gottes Schöpfung ist wesentlich für den Menschen und eine Kostbarkeit.
Diese Freude wünsche ich Ihnen gerade am Beginn des Sommers – und vielleicht besuchen Sie die „Schöpfung“ von Haydn, wenn diese am 30. Juni in der Johanniskirche aufgeführt wird.
Ihr Manfred Seifert