28. Februar 2009
Gedanken zum Monatsspruch im März
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr. 3. Mose 19,18
Die Diakonie ist die organisierte Nächstenliebe unserer Kirche. Pflegedienste, Beratungsstellen, Altenheime, Kinder- und Jugendhilfe gehören dazu.
Ich schätze sehr die Professionalität solcher Dienste. Zugleich aber möchte ich neben der Fachlichkeit die „Herzensbildung“ als ein wesentliches Qualifikationsmerkmal für den Dienst am Nächsten herausstellen.
Bei wahren Christinnen und Christen formt Gottes Geist das Herz: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Hesekiel 36,26)
Diese Herzensbildung geschieht nach all den spirituellen Erfahrungen, die sich im Laufe der Kirchengeschichte angesammelt haben, nicht durch Belehrung, sondern durch mystisches Eintauchen in Gott. Es ist eine Bildung nicht im Sinn von Erziehung, sondern von Neuwerden. Und das geschieht, indem ein Mensch in die Tiefe Gottes eintaucht wie in das weite Meer. Die Regel für solche Herzens-Bildung lautet: Wer in Gott eintaucht, wird von Gott getragen und umgeben – wie ein Fisch im Wasser. Paulus: In Gott leben, weben und sind wir. Hier werden wir auch an die Taufe erinnert.
Letztlich kann dann ein solcher Mensch gar nicht mehr anders, als in Gottes Art zu leben und zu handeln.
Wer ganz in Gott eintaucht, wird unweigerlich bei seinem Mitmenschen auftauchen. Und er muss hinsehen, kann gar nicht wegsehen, wenn es um die Mitmenschen geht.
Ihr Manfred Seifert