Evangelische Petrusgemeinde Dessau-Nord

Evangelisch aus gutem Grund

Hoffen und Harren

2. Dezember 2007

Gedanken zum Monatsspruch im Dezember

Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Jesaja 40,31

Harren – ein wenig gebrauchtes Wort im Alltag. Es steckt eigentlich Power und Kraft in dem Wort. Denn wenn sich jemand sicher ist, dass etwas Erwartetes eintreffen wird, nimmt er über eine lange Wegstrecke Mühe, Verkennung und Verzicht in Kauf, um dem Tag der Erfüllung entgegenzugehen. Es verleiht ihm Ausdauer.

Da für Christen die Wiederkunft von Jesus Christus nicht vage Hoffnung ist, sondern Gewissheit des Glaubend, harren sie auf diesen Tag und ihr Tun oder Lassen ist von Vorfreude bestimmt: Er wird abwischen alle Tränen. Leid, Geschrei und Tod wird es nicht mehr geben. Müde bekommen neue Energie und wer am Boden liegt, erhebt sich zum Fluge. Großartige Bilder – größer als meine Wirklichkeit und Erfahrung.

Es gibt Durststrecken in unserem Leben. Dann spüren wir in uns eine tiefe Sehnsucht nach Erfüllung unseres Lebensdurstes. Das Volk Israel konnte ein Lied singen von seinen Durststrecken – 40 Jahre Wüste oder das Exil in Babylon. Es war lange unterwegs mit Gott durch seine Geschichte und sie schöpften ihre Kraft aus der Zusage Gottes. Dann stieg in ihnen ein anderes Lied auf – das Lied der dankbaren Erinnerung an das, was Gott ihnen Gutes getan hat. Und sie vertrauten ihm, dass er es immer wieder tun würde – aufheben, stark machen und nach vorne bringen.

Nun gehen wir auf Weihnachten zu. Wir erinnern uns an das Kind in der Krippe. Gottes Heil ist Mensch geworden. Jesus will unserem Leben Erfüllung und Heilung geben. Er bewahrt uns nicht vor Angst und Leid, aber er lässt uns nicht in die Sinnlosigkeit fallen. Aus unseren Tiefpunkten heraus schenkt Gott uns ein Ziel für unsere Sehnsucht. Wenn wir kraftlos sind, erwachsen uns aus Gottvertrauen neue Kräfte.

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Gisela Seifert

Petruskirche Dessau
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