2. Juli 2006
Unser Gesprächskreis der Mittleren Generation kann auf eine schöne Tradition zurückblicken. In den 28 Jahren unseres Bestehens unternahmen wir jährlich eine Wochenendfahrt in ein kirchliches Heim.
In diesem Jahr waren wir mit 13 Teilnehmern in der Familienferienstätte „Haus Gertrud“ in Jonsdorf im Zittauer Gebirge. Am 29. April trafen wir uns alle auf einer Autobahnraststätte bei Bautzen, um gemeinsam zu unserem ersten Ziel, nach Görlitz, zu fahren. Vor dem Stadtrundgang begannen wir unseren Besuch in Görlitz mit der Besichtigung der Anlage des „Heiligen Grabes“. Das „Heilige Grab“ ist eine im 15. Jahrhundert geschaffene Nachbildung der Grabeskirche in Jerusalem.
Die Anlage, die außer der Grabeskirche noch einige weitere Gebäude aufweist, liegt in einem symbolischen Landschaftsgarten, der den Ölberg und den Bach Kidron darstellen. Das „Heilige Grab“ war die Stiftung eines Görlitzer Bürgermeisters, der die Anlage in Erinnerung an seine Wallfahrt nach Jerusalem errichten ließ. Nach der interessanten Führung waren wir neugierig auf die Stadt, die wir bei einer früheren Wochenendfahrt bereits kennen gelernt hatten. Nach einem Spaziergang durch die jetzt fast völlig sanierte Altstadt und einem kurzen Abstecher in den polnischen Teil von Görlitz trafen wir pünktlich zum Abendbrot im Haus „Gertrud“ ein, wo uns der Leiter herzlich begrüßte. Das erst vor kurzem renovierte Heim gefiel uns allen sehr gut, sicher auch wegen des Whirlpools, den wir gern nutzten. Der Abend verging recht schnell bei guten Gesprächen, Whirlpoolbesuch, Rotwein und „Eibauer Schwarzbier“.
Da einige Mitglieder unseres Kreises dem Gemeindekirchenrat angehören, wurde unter anderem auch über unsere Gemeindesituation und über aktuelle Vorhaben in unserer Gemeinde informiert. Ein katholisches Ehepaar, das unseren Gesprächskreis ebenfalls regelmäßig besucht, berichtete von der Umgestaltung des Hofgeländes der Kirche „Peter und Paul“ und lud uns zu einem Besuch in die katholische Kirche ein.
Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Gottesdienst nach Zittau, und besichtigten das ca. 8×7 Meter große „Zittauer Fastentuch“. Das Tuch zeigt in 90 aufgemalten Bildern Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament . Diese riesige „Bilderbibel“ ist einmalig in Deutschland. Geschaffen wurde das Fastentuch 1472. 200 Jahre lang verhüllte es in der vorösterli-chen Fastenzeit den Altarraum der Zittauer Hauptkirche. Der Gebrauch solcher Fastentücher war im Mittelalter weit ver-breitet. Da die damaligen Gottesdienstbesucher wegen des verhangenen Altarraumes die liturgischen Handlungen des Gottesdienstes nicht sehen konnten, fasteten sie in der Passionszeit nicht nur körperlich sondern auch „mit den Augen“. Nach dem anschließenden Bummel zum Zittauer Marktplatz machten wir einen Abstecher nach Tschechien und waren wieder gerade rechtzeitig zum Abendbrot in Jonsdorf.
Am 1. Mai, dem letzten Tag unserer Wo-chenendfahrt, besuchten wir bei strahlendem Sonnenschein den Ort Oybin. Von dem gleichnamigen Felskegel mit seiner Burg- und Klosterruine aus hatten wir sehr schöne Ausblicke in das Lausitzer Bergland bis Zittau.
Nach dem Mittagessen im Heim und dem obligatorischem Gruppenfoto für unsere Gesprächskreis-Chronik endete unser Ausflug ins Zittauer Gebirge mit der Gewissheit, dass wir auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam ein Wochenende in einem kirchlichem Heim verbringen werden.
Wenn Sie vielleicht Lust bekommen ha-ben, den Gesprächskreis der Mittleren Generation näher kennen zu lernen – wir treffen uns jeweils am 3. Montag im Monat im Pfarrhaus.
Michael Pohlandt