22. Januar 2012
Im Miteinander Tausender bringen mit „366+1, Kirche klingt 2012“ die verschiedensten Musici bundesweit einen künstlerischen Schatz der Reformation in vielfältiger Tradition zum Klingen: ihre Musik.
Durch alle 366 Tage des Schaltjahres 2012 zieht sich im Rahmen der Lutherdekade zum Jahresthema Reformation und Musik ein im Dominoprinzip verbundenes Band von Konzerten und Gottesdiensten in offenen Kirchen durch ganz Deutschland.
Die Reihe begann am Neujahrstag in Augsburg und endet Silvester 2012 im sächsischen Zittau. Auftreten werden dabei Laien- wie Profiensembles. Gastgeber sind Kirchengemeinden vor Ort.
Kirchenmusik ist nicht nur was für Profis. Kern der Kirchenmusik ist der Gesang der Gemeinde. Dabei kommt es auf jede Stimme an. Musik ist heute überall. Aber in der Familie oder gar in der Öffentlichkeit zu singen, trauen sich immer weniger. Aber auch: echte Fans können bei einem Konzert alle Lieder ihres Stars mitsingen. Es geht also!
Die Ahnung, dass man auch selber singen kann, ist also noch da. Aber es braucht Anlässe. Fallen jungen Eltern noch Gute-Nacht Lieder ein? Mit den Eltern zu singen ist Jugendlichen oberpeinlich. Und in der Kirche?
Da gehört das Singen zur Normalität. Seit Luther gehört der Gesang der Gemeinde zum Gottesdienst. Dieser Gesang ist die Antwort der Menschen auf das Wort, das Gott spricht und in der Predigt ausgelegt wird. Im Gesang stimme ich ein in den Glauben der vielen vor mir und mit mir. Da kann ich mehr zum Ausdruck bringen, als ich es mir allein zutrauen würde.
Der große Klang schafft mir Raum, selbst da, wo es für mich eng zu werden droht. Der Klang erhebt mich und trägt mich wie eine sanfte, aber kraftvolle Welle. Ich tauche ein und bin getragen.
Darum ist jede Stimme wichtig – nicht nur die schöne, auch die krächzende, die unverschämt strahlende wie die verschämte, zögerliche – damit die Welle nicht verebbt. Musik hat heilende Wirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Stimmen Sie mit ein!
Ihr Manfred Seifert