30. April 2006
Zum Monatsspruch Mai
„Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Jesus Christus. “ – Galater 3, 26.
Was bedeutet das heute?
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat davor gewarnt, den Beitrag des christlichen Glaubens für die Gesellschaft zu unterschätzen. Ohne religiöse Bildung könne man die „Wurzeln unserer gesellschaftlichen Grundorientierung nicht verstehen“, sagte der Berliner Bischof dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Die Würde des Menschen ist keineswegs selbstverständlich, wie wir Tag für Tag erleben. Die Frage nach der Begründung der Menschenwürde ist keineswegs überflüssig. Wir haben zwar eine säkulare (weltliche) Sicherung der Menschenwürde, aber keine säkulare Begründung. Nur die Religion erklärt mir, warum der Mensch seine Würde nie verlieren kann. Er hat sie von Gott geschenkt bekommen, er hat sie nicht selbst erworben. Denn was ich selbst erworben habe, kann mir auch wieder genommen werden.“ sagte Huber in einem „Spiegel“-Gespräch Ende April in Berlin.
Genau darum geht es im Monatsspruch aus dem Galaterbrief. Die frühen Christen in Galatien (die Gegend um Ankara in der Türkei) wurden von der Frage gequält, was denn nötig sei, um wirklich Christ sein zu können und damit auch von Gott anerkannt und akzeptiert zu sein. Paulus sagt ihnen: Laßt das Grübeln. Keine Zusatzleistungen oder Qualifikationen sind nötig. In der Taufe habt ihr Christus angezogen wie ein Kleid. Lebt nun in ihm im Vertrauen auf ihn. Das genügt. Und dieses Kleid kann euch niemand wieder ausziehen. Und so ist es auch mit der Menschenwürde, von der Bischof Huber spricht. Wäre sie nicht in Gott selbst verankert oder verwurzelt – Menschen würden immer wieder versuchen, einzelnen oder Gruppen diese Würde zu rauben, um sie dann entsprechend zu behandeln, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.