1. Januar 2010
Eines der Hauptworte des Jahres 2009 war „Krise“. Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise, Wertekrise, Sinnkrise, Rentenkrise, Jahrhundertkrise.
Dazu kommen die persönlichen Krisen wie Trennung und Abschied von einem Menschen, Krisen in der Kindererziehung, im Beruf oder in der Gesundheit.
Es gehört zu unseren Erfahrungen, dass das Leben von Krisen bestimmt zu sein scheint.
In jeder Krise steckt die Möglichkeit, einen anderen Weg zu wählen, der nicht in die Katastrophe führt. Krisenzeit ist immer Zeit zur Entscheidung.
In diese Zeit mitten hinein spricht die Jahreslosung 2010:
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Johannes 14,1
Jesus spricht diese Worte zu seinen Jüngern als Abschiedsworte. Darum haben sie besonderes Gewicht. Er weis, dass mit seinem Tod auch die größtmögliche Krise auf sie zukommt.
Darum sagt er ihnen vorab: nicht erschrecken, nicht das Vertrauen verlieren, auch in dieser Krise werdet ihr gehalten sein.
Ich will die Losung für 2010 verstehen als Zusage, dass wir auch als Einzelne, als Familie, als Gemeinde in Situationen, in denen unser Herz erschrecken wird, nicht allein sein werden. Die Gewissheit, die schon der Psalmbeter Jahrhunderte zuvor so ausgedrückt hat: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“
Auch im kommenden Jahr dürfen wir gewiss sein: Gott hält seine schützende Hand über uns. Dietrich Bonhoeffers Einsicht: „Nicht alle unsere Wünsche, aber alle sein Verheißungen erfüllt Gott.“ eröffnet uns dafür eine realistische Sicht.
Wir sind im Glauben an Gott nicht allein auf uns gestellt. „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in eine neues Jahr.“
Ihre Pfarrerin Gisela Seifert