1. Januar 2012
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Die Bibel, 2. Korintherbrief 12,9
Ein gnadenreiches Jahr 2012 steht offen vor uns, Tag für Tag. Möge Sie Gott berühren mit seiner Kraft.
Haben Sie sich was vorgenommen zum neuen Jahr? Die Dinge auf den Kopf stellen vielleicht, Oben und Unten vertauschen, wer möchte das nicht manchmal?
Paulus tut das. Er behauptet: „gerade wenn ich schwach bin, bin ich stark“. Er weist auf die Kraft Gottes hin, die Verhältnisse umdrehen kann: „denn der Herr hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit voll zur Auswirkung.“
Paulus knüpft mit dieser Umkehrung der Verhältnisse an eine biblische Tradition an. Sie enthält einige solcher auf den Kopf gestellte Bilder: David und der Riese Goliath: „David griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn und traf den Philister an der Stirn. So besiegte David den Philister.“ (1. Samuel 17).
oder: „Wolf und Lamm werden beisammen weiden, der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.“ (Jesaja 65,25) oder:
„Die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.“ (Matthäus 19,30) oder aus dem Lobgesang der Maria:
„Gott hat die Mächtigen vom Thron gestürzt
und die Geringen emporgehoben.“ Lukas 1,52).
Die Kraft dieser „verrückten“ und zugleich poetischen Bilder hat über Jahrtausende Menschen gestärkt und die Sehnsucht nach einer gerechteren anderen Welt wachgehalten.
Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. Die Welt und ihre Verhältnisse müssen nicht so bleiben, wie sie sind.
Gemeinde Jesu Christi zu sein heißt konkret: Hier wird die Vision Gottes für diese Welt schon einmal durchgespielt. Mitten im Leben, auch wenn es schon ganz anders festgelegt zu sein scheint. Wunder sind möglich.
Ihre Gisela und Manfred Seifert