30. August 2011
Jesus Christus spricht. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18,20
Ich habe es schon oft erlebt, dass dieser Satz von Jesus dann zitiert wurde, wenn weniger Menschen zu einem Gottesdienst gekommen sind, als erwartet wurden. Manchmal höre ich dann eine etwas sarkastische Ironie als Zwischenton heraus, manchmal klingt es wie Pfeifen im dunklen Wald und wie Mutmache trotz Enttäuschung.
Sollte man eine Veranstaltung, die nur von relativ wenigen besucht wird, absagen – auch und obwohl das Thema oder das Anliegen wichtig ist? Ab wieviel Beteiligte lohnt sich eine Veranstaltung eigentlich?
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass im Synagogengottesdienst mindestens 10 religionsmündige Menschen zusammenkommen müssen, damit der Gottesdienst gefeiert werden kann.
Kommt es also doch auf die größere Zahl an und Kleingruppen haben womöglich keine Berechtigung? An Wirtschaftlichkeitsfragen will ich gar nicht erst denken.
Ich denke dagegen, dass es auf den Namen ankommt, in dem man sich versammelt. Ist es Jesu Name, dann spielen Zahlen keine Rolle. Vielmehr ist die Begegnung, die Beziehung wichtig. Und da ist manchmal weniger mehr. Selbst auf Kirchentagen gibt es viel Einsamkeit trotz des Bades in der Menge.
Wichtig hingegen ist aber auch die Tatsache, dass der Glaube, bleibt er allein, sich verflüchtigt oder zu einer spinnerten Idee verkommt.
Glaube, Hoffnung und Liebe sind geradezu nur in Gemeinschaft und in Beziehung zum anderen Menschen zu leben und zu erfahren.
Ich singe nicht das Lob der kleinen Zahl, sondern das Lob der intensiven Begegnung in Jesu Namen. Diese Begegnungen tragen eine Verheißung in sich und sind gesegnet. Das läßt die Teilnehmenden nicht unberührt und unverändert.
Ihr Manfred Seifert