Unsere internationalen Partnerschaftsbeziehungen im Zeichen des Friedens und der Versöhnung
Es begann mit der Initiative einzelner Christen aus England und der Pfalz, Notleidenden nach Ende des 2. Weltkrieges zu helfen. Hieraus entwickelte sich eine ökumenische Beziehung zwischen der Protestantischen Kirche der Pfalz und der Kongregationalistischen Kirche in England und Wales. Seit 1957 besteht zwischen beiden Kirchen eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Erste Begegnungen zwischen Gemeindegliedern aus Purley und Speyer gab es 1967.
Im gleichen Jahr kam es zum Predigertausch zwischen Hartford und Purley. Dieser entwickelte sich aus Kontakten anläßlich der Konferenz des Kongregationalistischen Rates in Hartford 1958, an der auch die Pfälzer Landeskirche teilnahm.
Die erste Partnerschaftskonferenz der drei Gemeinden (Purley, Immanuel Hartford und Gedächtniskirche Speyer) fand 1971 in Purley statt.
Auf Grund alter geschichtlicher Beziehungen und Gemeinsamkeiten ihrer Verfassungen besteht eine Partnerschaft zwischen der Protestantischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Von Dekan Herrmann aus Speyer wurde über Kreisoberpfarrer Voigtländer im Jahr 1965 der Kontakt zur Petrusgemeinde aufgenommen. Die erste Begegnung zwischen Gliedern beider Gemeinden fand 1966 in Berlin-Weißensee statt.
Durch Initiative aus Speyer entstand auch der Kontakt zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Ostrava. Pfarrer Vesely nahm 1971 erstmals am Treffen in Berlin teil und Glieder aller Partnergemeinden besuchten später die Gemeinde in Ostrava.
Eine weitere Verbindung besteht von Purley nach Belfast, die vor allem von Purley aus gepflegt wird.
Erste Kontakte für uns Dessauer mit Hartford gab es 1978 und in unsere Chronik der Partnerschaft geht das Jahr 1984 wegen der Vielzahl von Treffen als ein Jahr der Begegnungen ein.
Nach der ersten deutsch-deutschen Begegnung 1966 fanden bis zur „Wende“ alljährlich Partnerschaftstreffen zwischen Speyer und Dessau in Berlin statt, an denen auch Vertreter aus Purley und Ostrava teilnahmen. Diesem Beispiel folgend, gab es auch gegenseitige Besuche von Gemeindegruppen aus Dessau und Ostrava.
Zeichen des uns verbindenden Versöhnungsgedankens ist unter anderem das gemeinsame Friedensgebet, welches, reihum von einer Gemeinde vorbereitet, am ersten Sonntag im September zum Gedenken an den Ausbruch des 2. Weltkrieges gehalten wird. Jeweils am letzten Sonntag im Januar ist Partnerschaftsgottesdienst. Einer der Pfarrer unserer Partnerschaft bereitet Gedanken zur Predigt und ein Führbittengebet für alle Gemeinden vor.
Unsere Partnerschaft versteht sich als eine Verbindung zwischen evangelisch-unierten Kirchengemeinden und wird von den Gemeindegliedern getragen.
Alle drei Jahre findet eine gemeinsame Konferenz in einer der Partnergemeinden statt. Seit 1990 finden in den Jahren zwischen den Konferenzen Partnerschaftstreffen statt, wobei wir die innerdeutschen Kontakte mit den alljährlichen Begegnungen am intensivsten pflegen. Diese Treffen stehen immer unter einem Thema, welches den Mittelpunkt der Gespräche bildet. Zwischen offiziellen Begegnungen gab und gibt es eine Vielzahl von Besuchen untereinander.
Unsere gegenseitigen Besuche als Brüder und Schwestern in Christus dienen der Vertiefung unseres gemeinsamen Glaubens und dem Kennenlernen der anderen Lebenssituation.
Im Jahre 1989 waren wir in Petrus erstmals Gastgeber einer internationalen Gemeindepartnerschaftskonferenz und so konnten Gemeindegruppen aus allen Partnergemeinden kommen. Die größte aller bisherigen Konferenzen erlebten wir 1992 nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ in Purley.
Die Gemeindepartnerschaft wächst und findet immer wieder neue Freunde.
Im Sommer 2004 war die Petrusgemeinde Dessau Gastgeber der „XII. Internationalen Partnerschaftskonferenz“.
Lebendiger Glaube – wachsende Gemeinschaft:
was bedeutet es, Christ zu sein
in unserer multikulturellen Welt.
“Über den tiefen Grad der Unkenntnis (über andere
Glaubensrichtungen), der damals, d.h. vor 10 bis 15
Jahren, üblich war – kann man sich heutzutage nicht mehr hinwegsetzen.“
(Erzbischof Rowan Williams, Juni 2005)
„Unsere wichtigsten Glaubenstraditionen – die alle von viel grösserer geschichtlicher Bedeutung und viel tiefer verwurzelt sind als irgendeine politische Partei oder Ideologie – spielen eine wesentliche Rolle, indem sie die Werte bekräftigen und verbreiten, die uns als Volk verbinden.“
(Premierminister Tony Blair, 2001)
„Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken und komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen.“ (Jesaja 66, 18)
Unsere moderne Welt formt sich sowohl durch die Massenbewegungen von Menschen über traditionelle und durch Menschen gemachte Grenzen hinweg, als auch durch die Geschwindigkeit der technologischen Veränderungen, die Kommunikationsmittel, Transport und Lebensstil gänzlich umgestaltet haben. Die weltweite Gemeinschaft sowie die meisten lokalen Gruppierungen nehmen zunehmend Nachbarn zur Kenntnis, die anderen Traditionen, anderen Kulturen und anderen Glaubensrichtungen angehören.
Unsere moderne Welt ist aber auch aufgeschreckt durch ständige Feindschaft, Kriege und Terroranschläge – deren Ursachen nach verbreiteter Ansicht ihre Wurzeln in den entgegengesetzten Ansprüchen der konkurierenden Religionen und Kulturen haben können.
Dies ist der Kontext für uns und unsere Partnergemeinden in den USA, in Deutschland und in der Tschechischen Republik. Wir arbeiten alle unter komplexen Verhältnissen – jedes anders, jedes mit seinen bestimmten Herausforderungen: aber gemeinsam für alle ist der Wunsch und die Notwendigkeit, dass wir unserem christlichen Glauben entsprechend leben und andere dazu einladen, daran teilzunehmen. Kann die Stimme des Glaubens gehört werden in Fragen, die unsere Nachbarschaften, unsere Gemeinden, unsere Gesellschaften und unsere Nationen angehen? Wenn ja, wie? Sind dies gemeinsame Herausforderungen und Gelegenheiten für Menschen verschiedener Religionen, oder eher eine Quelle des Konfliktes und der Spaltung? Welche Möglichkeiten gibt es zum Gespräch und zum Dialog, wo Stereotypien und Vorurteile überwunden werden können, und wo gemeinsame Annäherungen eher als Verschiedenheiten betont werden können?
Im Grunde: wie leben wir zusammen in unserer multikulturellen und multireligiösen Welt? Insbesonders, wie können Menschen von verschiedenem Glauben nicht nur zusammenleben, sondern auch zusammen arbeiten, um Grenzen abzubauen und dabei zu helfen, dass Verständnis für gemeinsame Identität und gemeinsame Ziele unter uns wächst?
Wir haben vor, dieses Thema durch die Vielfältigkeit der Erfahrungen in unseren verschiedenen Ländern und durch eine Vielfalt von Anregungen anzusprechen:
•Bischof Nick Baines, Bischof von Croydon, wird uns einen Vortrag halten über den multikulturellen Kontext der vielfachen Glaubensrichtungen im 21. Jahrhundert im Vereinigten Königreich.
•Wir wollen mehrere Orte und Organisationen besuchen, wo diese Fragen ideenreich angesprochen werden.
•Wir hoffen Menschen zu besuchen oder aber von ihnen zu hören, die in komplexen multikulturellen und multireligiösen Einrichtungen arbeiten.
•Wir wollen Experten des multikulturellen und multireligiösen Dialoges zu einem offenen Gespräch einladen.
Sicher bietet der Kontext der Konferenz selber hervorragende Möglichkeiten an, dass glaubende Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturen das Thema unter sich zwanglos untersuchen.
Unsere Absicht ist es, dass als Folge der Partnerschaftskonferenz die Teilnehmer ermutigt und fähig sein werden, in ihre eigene Umgebung zurückzukehren mit einem besseren Verständnis, das sie brauchen, um Sachverhalte anzusprechen, und mit erstävrktem Selbstvertrauen, dass sie als glaubende Menschen in ihren eigenen Gemeinschaften leben können.
Kontakte
Reverend Russell J Furley-Smith
Minister, Purley United Reformed Church
1 Fairoak Close
Kenley
Surrey CR8 5U
020 8668 0630
russfurley@aol.com
Miss Felicity Harris
Purley URC Partnership Conference Convener
23 Derwent Drive,
Purley
Surrey CR8 1ER
020 8668 4489
Felicity.harris@ukgateway.net
Purley United Reformed Church
906 Brighton Road
Purley
Surrey CR8 2LN
020 8660 9371
www.purc.co.uk